Die Frage, auf die niemand gern antwortet
„Was kostet denn so eine Website?" ist die erste Frage in fast jedem Erstgespräch, und sie ist völlig berechtigt. Trotzdem weichen viele Agenturen ihr aus, murmeln etwas von „kommt darauf an" und schieben ein Beratungsgespräch dazwischen. Das ist verständlich, aber unbefriedigend. Sie wollen wissen, ob Sie über 2.000 oder über 20.000 Euro reden, bevor Sie einen Termin blocken. Deshalb hier die ehrliche Version — mit Zahlen, mit Bandbreiten und mit einer Erklärung, warum diese Bandbreiten so groß sind.
Die kurze Antwort für den eiligen Leser: Eine gepflegte Unternehmensseite mit eigenem Redaktionssystem beginnt bei uns bei 29 Euro im Monat bei zwölf Monaten Laufzeit. Ein einmaliges Projekt startet bei etwa 1.500 Euro. Ein Onlineshop auf Shopware-Basis beginnt bei 3.500 Euro, eine individuelle Anwendung bei 2.500 Euro. Nach oben ist die Skala offen, aber nicht beliebig: Was ein Projekt kostet, lässt sich vorher bestimmen, wenn man weiß, wonach man fragt.
Warum die Spanne so groß ist
Der Vergleich, der am besten passt, ist der Hausbau. Auf die Frage „Was kostet ein Haus?" antwortet niemand mit einer Zahl, ohne vorher zu wissen, ob es um ein Fertighaus auf einem Standardgrundriss geht oder um einen Neubau am Hang mit Architektenplanung. Beides sind Häuser, beides ist berechtigt, und der Unterschied im Preis ist keine Willkür, sondern die Summe konkreter Entscheidungen.
Bei Websites ist es genauso. Eine Seite kann eine digitale Visitenkarte sein: fünf Unterseiten, ein Kontaktformular, ein bisschen Text und ein paar Bilder. Sie kann aber auch ein Vertriebswerkzeug sein, das Angebote kalkuliert, Termine bucht, Kundendaten an ein anderes System übergibt und dabei den Anforderungen des Datenschutzes standhalten muss. Beides heißt umgangssprachlich „Website". Der Aufwand unterscheidet sich um den Faktor zwanzig.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, über den selten gesprochen wird: Ein großer Teil der Kosten entsteht nicht beim Bauen, sondern beim Klären. Wer genau soll was können? Welche Inhalte gibt es schon, welche müssen entstehen? Wo kommen die Daten her? Wer pflegt das nach dem Launch? Projekte, die an dieser Stelle unklar bleiben, werden nicht billiger, sondern teurer — nur merkt man es erst später, wenn schon gebaut wurde.
Die fünf Faktoren, die den Preis wirklich treiben
Der Umfang an eigenständigen Funktionen
Statische Inhalte sind günstig. Eine Seite, die Texte und Bilder zeigt, ist im Kern schnell gebaut, egal wie schön sie aussieht. Teuer wird alles, was Zustand hat: Nutzer, die sich anmelden. Daten, die sich ändern. Prozesse, die mehrere Schritte durchlaufen und dabei nicht kaputtgehen dürfen. Jede dieser Funktionen bringt Sonderfälle mit sich, die durchdacht, gebaut und geprüft werden müssen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Kontaktformular ist eine Stunde Arbeit. Ein Formular, das Anfragen kategorisiert, an unterschiedliche Zuständige verteilt, eine Eingangsbestätigung schickt, den Stand im Backend nachhält und dabei Spam abwehrt, ist ein bis zwei Tage. Beides sieht auf dem ersten Blick gleich aus.
Der Grad der gestalterischen Eigenständigkeit
Ein gekauftes Design-Template kostet dreißig Dollar. Es sieht ordentlich aus, es funktioniert, und es sieht aus wie hunderttausend andere Seiten. Ein eigenständiges Design, das die Bildsprache, die Tonalität und die Besonderheiten Ihres Betriebs aufnimmt, kostet mehrere Tage Gestaltungsarbeit. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie sehr Ihr Auftritt zum Unterscheidungsmerkmal werden soll.
Ehrlicherweise: Für einen Handwerksbetrieb, dessen Kunden über Empfehlung kommen, ist ein sauberes Template oft die richtige Entscheidung. Für eine Marke, die sich im Regal gegen zwanzig andere durchsetzen muss, ist es die falsche.
Die Anzahl der Schnittstellen
Der teuerste Satz in jedem Angebot lautet: „Und dann müssen die Daten noch aus dem bestehenden System kommen." Jede Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem, ein Kassensystem, ein CRM oder eine Buchhaltung bringt eine eigene Logik, eine eigene Dokumentation und meist ein eigenes Überraschungsmoment mit. Wir kalkulieren Schnittstellen deshalb immer separat und schauen sie uns vorher an, statt sie zu schätzen.
Wer die Inhalte liefert
Text ist Arbeit. Eine Seite mit acht Unterseiten braucht acht Mal Struktur, Formulierung und Korrektur. Wenn Sie die Texte selbst schreiben, sparen Sie unmittelbar Geld. Wenn wir sie schreiben, kostet das etwa 150 bis 400 Euro pro Seite, je nach Recherche-Aufwand. Dasselbe gilt für Bilder: eigenes Material ist günstiger als ein Fotoshooting, aber ein Fotoshooting ist meist besser als Bilddatenbank-Material, das die Konkurrenz auch benutzt.
Der Betrieb nach dem Launch
Hier liegt die häufigste Kalkulationslücke. Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal aufstellt. Sie braucht Updates, Sicherheitsprüfungen, Backups und gelegentlich einen Blick darauf, ob noch alles läuft. Wer diese Kosten im Projektpreis nicht sieht, zahlt sie später trotzdem — spätestens dann, wenn eine veraltete Installation kompromittiert wird und die Wiederherstellung ansteht.
Was die einzelnen Preisklassen realistisch beinhalten
Bis 1.500 Euro bekommen Sie eine solide Präsenz auf Basis einer bewährten Struktur: wenige Seiten, ein Kontaktweg, ordentliche Ladezeiten, mobil tauglich. Das ist keine Notlösung, sondern für viele Betriebe genau richtig. Was Sie nicht bekommen: individuelle Funktionen, tiefe Anpassung, aufwendige Gestaltung.
1.500 bis 5.000 Euro ist der Bereich, in dem die meisten Unternehmensseiten liegen. Eigenes Design, zehn bis zwanzig Seiten, ein Redaktionssystem zur Selbstpflege, Grundlagen für Suchmaschinen, ein Formular mit Logik, saubere Rechtstexte. Hier entsteht ein Auftritt, der über Jahre trägt.
5.000 bis 15.000 Euro bedeutet in der Regel: eigene Funktionen. Ein Buchungssystem, ein Kundenbereich, eine Produktsuche mit echten Daten, ein Shop mit Anbindung an die Warenwirtschaft. Ab hier reden wir nicht mehr über eine Website, sondern über eine Anwendung mit Website-Anteil.
Über 15.000 Euro sind Projekte mit mehreren Nutzergruppen, Rollen, Rechten und Prozessen — die Sorte Software, die den Betrieb tatsächlich verändert. Solche Projekte laufen bei uns nie als Pauschale, sondern in klar abgegrenzten Abschnitten mit eigenem Festpreis.
Monatlich oder einmalig — was ist besser?
Beide Modelle haben ihre Berechtigung, und die Entscheidung hängt weniger vom Preis ab als von Ihrer Situation.
Das monatliche Modell verteilt die Investition und enthält den Betrieb: Hosting, Updates, Sicherheit, kleinere Änderungen. Für Betriebe, die keine IT im Haus haben und auch keine wollen, ist das der ruhigere Weg. Sie zahlen nie eine große Summe auf einmal und haben nie die Frage, wer sich um das Update kümmert.
Das einmalige Modell ist günstiger, wenn man lange rechnet — vorausgesetzt, Sie kümmern sich selbst um den Betrieb oder buchen ihn separat. Es passt für Projekte mit klarem Ende und für Unternehmen, die Investitionen lieber aktivieren als monatlich verbuchen.
Ein Hinweis, der oft fehlt: Bei monatlichen Modellen sollten Sie immer fragen, was am Ende der Laufzeit passiert. Bei uns gehören Ihnen Inhalte und Domain in jedem Fall. Wenn ein Anbieter Ihnen das nicht schriftlich gibt, ist das ein Warnsignal.
Woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen
Es gibt ein paar verlässliche Muster. Erstens: ein Festpreis ohne jede Rückfrage. Wer Ihnen eine Zahl nennt, ohne zu wissen, wie viele Seiten Sie brauchen, wo die Inhalte herkommen und was das Ding können soll, hat entweder einen Puffer eingerechnet, der Sie teuer zu stehen kommt, oder er wird später nachfordern.
Zweitens: auffällig günstige Angebote mit langer Bindung. Die Rechnung geht für den Anbieter nur auf, wenn die Betreuung praktisch nicht stattfindet. Fragen Sie konkret, was im Monatspreis an Arbeitszeit enthalten ist.
Drittens: fehlende Klarheit über den Verbleib. Wem gehört die Domain? Wo liegen die Daten? Bekommen Sie Zugang zum System? Kommen Sie im Streitfall an Ihre Inhalte? Wenn diese Fragen im Angebot nicht beantwortet sind, stellen Sie sie schriftlich.
Viertens: der Hinweis, dass Suchmaschinen-Platzierungen garantiert werden. Das kann niemand garantieren, weil niemand die Suchmaschine kontrolliert.
Wie wir kalkulieren — und warum wir Festpreise machen
Wir arbeiten mit Festpreisen, weil Stundenzettel für Sie ein Risiko sind und für uns eine Ausrede. Ein Festpreis zwingt uns, vorher genau hinzusehen: Was soll das System können, wo sind die Sonderfälle, was gehört bewusst nicht dazu? Dieses Nachdenken ist die eigentliche Leistung. Alles danach ist Handwerk.
Praktisch läuft es so: Im Erstgespräch — kostenlos und ohne Verpflichtung — hören wir zu und stellen Fragen. Daraus entsteht ein Konzept mit klarem Umfang und einem Preis, der steht, bevor jemand mit dem Bauen anfängt. Wenn sich unterwegs etwas ändert, was in Projekten normal ist, besprechen wir das offen, statt es auf die Schlussrechnung zu schreiben.
Was übrigens auch vorkommt: Wir raten ab. Wenn im Gespräch klar wird, dass ein Baukasten für Ihren Fall reicht oder dass die eigentliche Baustelle woanders liegt, sagen wir das. Ein Projekt, das niemand braucht, ist für beide Seiten kein Gewinn.
Fazit: Fragen Sie nach dem Warum, nicht nur nach dem Wieviel
Der Preis einer Website ist keine Zahl, die vom Himmel fällt, sondern das Ergebnis von Entscheidungen, die Sie mit beeinflussen können. Wenn Sie ein Angebot bekommen, fragen Sie nicht nur, was es kostet, sondern warum es das kostet. Ein guter Anbieter kann Ihnen jede Position erklären, kann sagen, was man weglassen könnte, und kann begründen, warum er etwas empfiehlt.
Und wenn Sie eine belastbare Zahl für Ihren konkreten Fall brauchen: Beschreiben Sie uns in ein paar Sätzen, was Sie vorhaben. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — auch dann, wenn sie lautet, dass Sie mit deutlich weniger auskommen, als Sie dachten.